Projektwettbewerb Chräzeren

St.Gallen, Chräzeren
Wohnüberbauung
Wettbewerbsbeitrag

Eingebettet in die reizvolle Landschaft am Nordhang zwischen Chräzeren und dem Gübsensee liegt die Parzelle am westlichen Stadtrand von St. Gallen. Ihre grösste Stärke ist ihre einzigartige Lage: die unmittelbare Nähe zur Natur am Siedlungsrand, die enge Verbindung zum bewaldeten Sittertobel sowie der weite Blick über sanfte Wiesen der ländlichen, voralpinen Hügellandschaft.
Dieses besondere Zusammenspiel von Natur, Ruhe und Weite verleiht dem Ort seine unverwechselbare Qualität – ein Potenzial, das es zu bewahren und weiter zu entfalten gilt. Die Baukörper verzahnen sich durch deren Setzung mit der Natur. Es entstehen spannende Sichtachsen und es werden zusätzliche Aussenräume mit unterschiedlichen Qualitäten gebildet, welche den Ort weiter bereichern und wodurch gesamthaft ein lebendiges Geflecht vielfältiger Aussenräume entsteht.
Die Bebauung ihrerseits ermöglicht es, durch ihre eigenständigen, vielfältigen Geometrien, die an ein Kaleidoskop erinnern, auf die verschiedenen Aspekte und Massstäbe des Ortes zu reagieren. So entsteht als Ganzes ein Quartiersbaustein, bei dem gleichzeitig die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte berücksichtigt werden.

Die neue städtebauliche Setzung greift die Strukturen der Umgebung auf und entwickelt daraus eine eigenständige Formensprache. Aus polygonalen Grundformen entstehen durch Kombination, Verdrehung und Spiegelung Baukörper mit fraktalem Charakter, die Identität stiften und Flexibilität in Entwurf und Nutzung ermöglichen.
Die Baukörper gruppieren sich um drei Höfe, öffnen Blickachsen und schaffen Bezüge zur Landschaft und Nachbarschaft. In der Mitte entsteht ein zusätzlicher Freiraum, der den Wald über den Hofbach mit der Siedlung verknüpft und einen informellen Quartier-Treffpunkt bildet.
Die Staffelung von vier bis sieben Geschossen sowie gezielte Höhensprünge verleihen dem Ensemble plastische Tiefe und reagieren präzise auf Freiräume und Topografie. Trotz typologischer Wiederholung entsteht ein ausgewogenes Gefüge mit städtebaulicher Klarheit und räumlicher Vielfalt.

Die Fassaden sind rhythmisch gegliedert und kombinieren horizontale und vertikale Elemente. Geschlossene Wandflächen bestehen aus überlappender, zweifarbiger Holzschalung, die den vertikalen Ausdruck betont. Fensterbänder und Brüstungen – auch bei Balkonen – unterstreichen die horizontale Lesbarkeit. Kupfer schützt stark bewitterte Bereiche wie Dachabschlüsse und Laibungen, während sichtbare Holzuntersichten die Holzbauweise zeigen. Der Übergang zum Gelände erfolgt über Betonelemente. Alle Holzbauteile sind mintgrün gestrichen und kontrastieren mit den Kupferdetails. Material- und Farbwahl orientieren sich an der Umgebung und integrieren die Siedlung selbstverständlich in Landschaft und Baukultur.

Landschaftsarchitekt: ORT AG für Landschaftsarchitektur

Visualisierungen: out of ram